Alles vergessen?

Ein Veranstaltungsbericht von Constanze Chryssos


Der Anlass unserer Veranstaltung war das Gedenken an den Jahrestag des Massakers von Distomo, am 10. Juni 1944. Distomo war einer von über 90 Orten in Griechenland, an dem während der deutschen Besatzungszeit entsetzliche Verbrechen an der Zivilbevölkerung verübt wurden.

 

In dem Film "Argyris" kommt die unglaubliche Verrohung der Wehrmachtssoldaten beim Töten zum Ausdruck. Aber - Argyris Sfountouris hat als 4jähriger das Massaker überlebt, weil es unter den Deutschen auch Menschen gab, die ihrem Gewissen mehr verpflichtet waren als dem Befehl. Es sind nicht bloß die Kindheitstraumata, die Argyris sein Leben lang verfolgen. Es ist sein lebenslanger Kampf gegen die Lügen und die Geschichtsfälschungen im Dienste der deutschen Nachkriegspolitik, gegen den Schutz der Täter vor Strafverfolgung und für ethische Gerechtigkeit und ein "menschenwürdiges Gedächtnis der Toten", wie er in seinem lesenswerten Buch "Trauer um Deutschland" schreibt.

Im Anschluss an den Film werden viele Fragen und Vorschläge gemacht und mit Christoph Schminck Gustavus diskutiert, wie dieser Film in Schulen verbreitet werden kann, wie Schulen mit Griechenland einen Schüleraustausch und Klassenfahrten nach Griechenland organisieren können, wie überhaupt mehr Wissen über die politischen Verhältnisse, gegen die Austeritätspolitik und aktuell den Ausverkauf Griechenlands geführt werden können.

Den Abschluss bildeten zwei sehr berührende Lieder von Mikis Theodorakis aus dem Mauthausen Zyklus, den Kostas Zigkeridis am Akkordeon mit seinen Kommilitonen der Musikhochschule Hannover vortrug.

 

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